Meine Transferpette und ich
Man kann eine Analysenwaage nutzen und man kann "Tropfen". Tropfen empfiehlt sich für den Anfänger (die Omikron-Flaschen kommen ohnehin alle mit Tropfeinsatz), führt aber schnell zu Problemen. Bei Flüssigkeiten mit stark unterschiedlicher Viskosität sind Tropfen mal größer und mal kleiner - die Proportionen stimmen nicht. Ohnehin haben die Riechstoffe (mit oder ohne Lösungsmittel) unterschiedliche Dichten, so daß Mengenverhältnisse nicht 1:1 in Gewichtsverhältnisse übertragen werden können.... Dichtetabellen und Microsoft Excel sind hilfreich.
Ein aus meiner Sicht idealer Mittelweg ist der Einsatz einer Transferpette der Firma Brand. Transferpetten sind Pipetten mit präzise voreingestelltem Hubvolumen. Es gibt diese in den Bauformen "fix", "variabel" und "digital" - "variabel" ist am besten geeignet. Neue Transferpetten sind teuer, man bekommt sie aber auch gebraucht und billig über Ebay. Eine Transferpette mit einem Bereich von 5 - 50 µl oder 10 - 100 µl ist ideal. Man "endet" so mit fertigen Parfümmischungen (auf 1.000 gerechnet) von 5 ml bzw. 10 ml, für den "dritten Testzyklus" eines Duftes ( = 1. im Kopf, 2. mit Riechstreifen, 3. als Kleinmischung), aus meiner Sicht ideal. Ich bewahre zudem einen Rest jeder Duftmischung in 4 ml Phiolen auf, in einer Cryobox nach Nummern geordnet. Von Zeit zu Zeit kann man dann noch mal durchgehen und sich die Entwicklung des Duftes vergegenwärtigen, wobei so manche Überraschung entsteht.
Die Spitzen ("Plastibrand") für die Transferpette kauft man am besten in einem Beutel von 1.000 für ca. 6 Euro. Bei einer Parfümmischung mit 25 Substanzen zahlt man nur 15 Cent für die Einweg-Pipettenspitzen - und vermeidet damit jede Kontamination der teuren Rohmaterialen untereinander, bei gleichzeitig exakten Volumenmaßen. (Ich sollte mir eine Box zulegen, in der für jeden Rohstoff eine separate Pipettenspitze liegt...) Das beschriebene Zubehör kann über Mercateo bezogen werden. Hier ist der Link zu preiswerten Pipettenspitzen, die auch passen. Die Arbeit mit Transferpetten ist leider nicht intuitiv, auch wenn es den Anschein hat, daß das so sein könnte. Ohne einen Blick in die Gebrauchsanweisung füllt man leicht falsche Mengen ab.
