Löwengeflüster
Für die "Kunst der Duftkomposition" existiert kein eigenes Wort. Unter einer "Parfümerie" wird nur der Platz verstanden, an dem Düfte verkauft, aber heute nicht mehr hergestellt werden.
Ein Parfümeur ist ein Übersetzer zwischen seiner Arbeit und drei anderen Parteien. Der Nase liefert er ein Duftgemisch aus den Rohstoffen, die der Chemiker zuvor bereitgestellt hat. Dabei ist die Sprache nur ein - indirektes - Hilfsmittel.

Ich tue mich schwer, Düfte in Begriffe, in "descriptoren" zu fassen. Sie einer mir bekannten CAS oder FEMA zuzuordnen, fällt mir leichter. Oft ist es notwendig, einen Duft mit Worten zu beschreiben, aber es sind nur Hinweise, die das olfaktorische Erlebnis nicht ersetzen können. Da zwei Menschen, außer über einen gemeinsam erlebten Duft, das Geruchsempfinden nicht teilen können, wird die Sprache als Hilfsmittel bemüht, bleibt dabei aber seltsam unvollkommen. Versuchen Sie, einem Menschen, der diese Symphonie nicht selbst gehört hat, Beethoven's "Eroica" zu beschreiben. Es ist unmöglich.
Kritiker machen es trotzdem. Mit der Kunst der Duftkomposition hat das nur indirekt zu tun. Über das hervorragende "Let Me Play The Lion" von Isabell Doyen habe ich im Internet viel Unsinn gelesen. Manche Blogs vergleichen es mit "kaltem Weihrauch", was stimmen mag, aber nur der kleinste gemeinsame Nenner ist. Wirklich geholfen, mögliche Bestandteile zu identifizieren, hat dagegen Erik.
In der Tat ist es unmöglich, ohne einen Gaschromatographen/Massenspektrometer herauszufinden, was genau in einem modernen Parfüm enthalten ist. Die Nase riecht vielleicht "Weihrauch", aber in Wirklichkeit ist es ein komplexes Gemisch etwa aus Vetiverylacetat, Cedramber, Timber Propanol, Woody Carboxylat und Cyclohexylsalicylat. Die Riechstoffproduzenten bieten nicht nur einen Holz- oder Weihrauchduft an - es gibt hunderte solcher Düfte, die sich nur in Nuancen unterscheiden. Die Süße des Parfüms, neben der herben Holznote, könnte durch ganz wenig Vanille erzeugt werden, aber ich tippe mehr auf ostindisches Sandelholz oder Sandalore. Wer behauptet, das ohne GC/MS präzise auseinanderhalten zu können, ist ein Aufschneider. Da mein GC/MS noch immer nicht zufriedenstellend läuft, habe ich mich in mehreren Versuchen und nach eigenem Geschmack an das Vorbild "Let Me Play The Lion" angenähert. Das Ergebnis sieht so aus:
224 - Cedramber (CAS: 67874-81-1)
224 - Woody carboxylate (CAS: 68966-86-9)
140 - Timber propanol (CAS: 70788-30-6)
137 - Vetiveryl acetate (CAS: 117-98-6)
112 - Olibanum (CAS: 8016-36-2)
089 - Cyclohexylsalicylat (CAS: 25485-88-5)
045 - Wacholderholzöl (CAS: 8012-91-7)
012 - Sandelholzöl ostind. (CAS: 8006-87-9)
004 - Ambroxan (CAS: 6790-58-5)
003 - Iriswurzel concrete (CAS: 8002-73-1)
005 - Sandalore (CAS: 65113-99-7)
003 - Veilchen Parfümöl (von Omikron; für den Effekt gut genug)
001 - Tonalide (CAS: 1506-02-1)
001 - Moschusketon (CAS: 81-14-1)
... eine weitere Variation zum Thema "Weihrauch".
Das Original ist wundervoll und unerreicht - ich bin ein Liebhaber und Bewunderer der LesNez-Düfte.
Ein Parfümeur ist ein Übersetzer zwischen seiner Arbeit und drei anderen Parteien. Der Nase liefert er ein Duftgemisch aus den Rohstoffen, die der Chemiker zuvor bereitgestellt hat. Dabei ist die Sprache nur ein - indirektes - Hilfsmittel.

Ich tue mich schwer, Düfte in Begriffe, in "descriptoren" zu fassen. Sie einer mir bekannten CAS oder FEMA zuzuordnen, fällt mir leichter. Oft ist es notwendig, einen Duft mit Worten zu beschreiben, aber es sind nur Hinweise, die das olfaktorische Erlebnis nicht ersetzen können. Da zwei Menschen, außer über einen gemeinsam erlebten Duft, das Geruchsempfinden nicht teilen können, wird die Sprache als Hilfsmittel bemüht, bleibt dabei aber seltsam unvollkommen. Versuchen Sie, einem Menschen, der diese Symphonie nicht selbst gehört hat, Beethoven's "Eroica" zu beschreiben. Es ist unmöglich.
Kritiker machen es trotzdem. Mit der Kunst der Duftkomposition hat das nur indirekt zu tun. Über das hervorragende "Let Me Play The Lion" von Isabell Doyen habe ich im Internet viel Unsinn gelesen. Manche Blogs vergleichen es mit "kaltem Weihrauch", was stimmen mag, aber nur der kleinste gemeinsame Nenner ist. Wirklich geholfen, mögliche Bestandteile zu identifizieren, hat dagegen Erik.
In der Tat ist es unmöglich, ohne einen Gaschromatographen/Massenspektrometer herauszufinden, was genau in einem modernen Parfüm enthalten ist. Die Nase riecht vielleicht "Weihrauch", aber in Wirklichkeit ist es ein komplexes Gemisch etwa aus Vetiverylacetat, Cedramber, Timber Propanol, Woody Carboxylat und Cyclohexylsalicylat. Die Riechstoffproduzenten bieten nicht nur einen Holz- oder Weihrauchduft an - es gibt hunderte solcher Düfte, die sich nur in Nuancen unterscheiden. Die Süße des Parfüms, neben der herben Holznote, könnte durch ganz wenig Vanille erzeugt werden, aber ich tippe mehr auf ostindisches Sandelholz oder Sandalore. Wer behauptet, das ohne GC/MS präzise auseinanderhalten zu können, ist ein Aufschneider. Da mein GC/MS noch immer nicht zufriedenstellend läuft, habe ich mich in mehreren Versuchen und nach eigenem Geschmack an das Vorbild "Let Me Play The Lion" angenähert. Das Ergebnis sieht so aus:
224 - Cedramber (CAS: 67874-81-1)
224 - Woody carboxylate (CAS: 68966-86-9)
140 - Timber propanol (CAS: 70788-30-6)
137 - Vetiveryl acetate (CAS: 117-98-6)
112 - Olibanum (CAS: 8016-36-2)
089 - Cyclohexylsalicylat (CAS: 25485-88-5)
045 - Wacholderholzöl (CAS: 8012-91-7)
012 - Sandelholzöl ostind. (CAS: 8006-87-9)
004 - Ambroxan (CAS: 6790-58-5)
003 - Iriswurzel concrete (CAS: 8002-73-1)
005 - Sandalore (CAS: 65113-99-7)
003 - Veilchen Parfümöl (von Omikron; für den Effekt gut genug)
001 - Tonalide (CAS: 1506-02-1)
001 - Moschusketon (CAS: 81-14-1)
... eine weitere Variation zum Thema "Weihrauch".
Das Original ist wundervoll und unerreicht - ich bin ein Liebhaber und Bewunderer der LesNez-Düfte.
perfume - 25. Mai, 01:12
